Närrisches Treiben im Rathaus

Eine Karnevalsgesellschaft „Chronika“ gab es in Kaiserswerth schon im 19. Jahrhundert. In ihren Schunkel-Liedern zog sie über alles her, was sich über`s Jahr in Kaiserswerth ereignet hatte. Später, um die Jahrhundertwende,  gab es eine Kaiserswerther Karnevalszeitung„Helau“, für Sammler heute eine Rarität. Der Rosenmontagsumzug soll damals immerhin 10 Wagen umfasst haben.  Irgendwie kam dann aber das karnevalistisch Treiben in Kaiserswerth zum Erliegen. Erwacht ist es erst wieder in den 1950er Jahren, allerdings nicht nachhaltig mit einer Karnevalsgesellschaft.
2009 fanden sich einige Kaiserswerther zur „KG Düsseldorfer Nordlichter“zusammen, initiiert von Engelbert Oxenfort und Dieter Ziob. Sie ist inzwischen in der oberen Liga des rheinischen Karnevals angekommen.  Das zeigte sich wieder bei der Inthronisierung des Burggrafenpaares 2018/19 Oskar Tasch-Schott und Iris Anthanassiou- Keyzer am 24. November.  Es sind von Kindesbeinen an im Düsseldorfer Brauchtum erfahrene Karnevalisten. Zu diesem Festakt im Sitzungssaal des Kaiserswerther Rathauses konnte der Präsident der Nordlichter, Claus-Dieter Martiny, so viele lokale Honoratioren begrüßen, auch nicht-karnevalistische, dass er dabei teils „ins Schleudern“kam. Dabei waren jedenfalls, oder besser unter anderen, Oberbürgermeister Thomas Geisel, Bezirksbürgermeister Stefan Golißa, Bezirksverwaltungsstellenleiter Guido Pukrowski, Schützenchef Dr. Ulrich Mücke, etliche Ratsherren, Bezirksvertreter, natürlich eine starke Delegation des CC-Comitee aus der Landeshauptstadt unter Führung des Präsidenten Michael Laumen und viele Vertreterinnen und Vertreter von Karnevalsgesellschaften und Vereinen, meist im festlichen Ornat. CC-Ehrenpräsident Engelbert Oxenfort  (als Urgestein im Düsseldorfer Brauchtum auch„Papa Karneval“ genannt) hielt die Laudatio für das Burggrafenpaar. Zu Wort kam unter anderen auch Bezirksbürgermeister Stefan Golißa bei der Übergabe der Rathausschlüssel. Narrengold wurde in beachtlichen Umfang ausgetauscht. Der Oberbürgermeister hatte solches in edler Ausführung ebenfalls zu verteilen. Die Reden dieser ehrwürdigen Herren waren bei weitem nicht so steif und förmlich wie an sonstigen Sitzungstagen. Es wurde mehr gelacht und gejubelt als sonst im ganzen Jahr insgesamt.
Das Programm im Übrigen war geprägt von jungen Leuten, ganz vorne an das vereinseigene Aquila Dance Team unter Leitung von Silke Heester. Damit konnten die Nordlichter ästhetisch, tänzerisch und sportlich Staat machen. Jana Lehne, als „Pänz en de Bütt“ schon Stammgast in Kaiserswerth, trat jetzt als Jugendhoppediz (gendergerecht: „-döse“) auf. Die „Pänz en de Bütt“ wurden in diesem Jahr von Jojo und Lena vertreten. Mit ihrem lebhaften, das Publikum begeisternden, gereimt-musikalischen Vortrag durften sie nicht ohne Zugabe abtreten. „Etwas älter“ ist dann schon Heinz Gaul, der mit seinen heimatlichen Karnevalsschlagern das Publikum bei Laune und in Stimmung hielt. Zu beklagen war nur, dass der Saal im Rathaus zu klein ist für eine so wichtige (!)Veranstaltung. Da ist wohl der eine oder andere geladene Gast nicht mehr reingekommen.  Die finanziellen Erlöse aus dem ganzen karnevalistischen Treiben der Nordlichter kommt dem Therapie-Reiten der Kaiserswerther Diakonie und der Bürgerstiftung zugute. Die leckere Gulaschsuppe in der„Sitzungspause“ hatte allerdings  das Burggrafenpaar den Narren gesponsert.
Natürlich gab auch das Prinzenpaar der Landeshauptstadt den Kaiserswerthern die Ehre eines Besuches, wenn auch zu Ende der Veranstaltung. Im Kaiserswerther Karnevalschlager heißt es ja auch selbstbewusst:

„Ihr Düsseldorfer, seid mal leiser
Ihr habt (nur)den Kurfürst , wir den Kaiser!

und dann schließlich im Refrain:

„Hossa, hossa,Barbarossa
Kaiserswerthist kein Canossa.“

Am Samstag, den 16. Februar 2019 ab 11.11 Uhr geht das öffentliche, närrisch Treiben der Kaiserswerther Nordlichter weiter mit einem großen Biwak und riesigem, närrischen  Programm auf dem Klemensplatz. An einem Karnevalswagen wird längst und fleißig gebastelt,gewerkelt und gebaut. Damit wird man am 4. März im Rosenmontagszug in der Landeshauptstadt mitziehen.

SO

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