Kaiserswerther Markt

Offener Brief der Initiative Kaiserswerther Markt

INITIATIVE KAISERSWERTHER MARKT

  • An den Bezirksbürgermeister Herrn Stefan Golißa
  • An die Damen und Herren Politiker der Bezirksvertretung 5 Kaiserswerth
  • An den Leiter der Bezirksverwaltungsstelle Herrn Guido Pukropski
  • Ratsherr Herrn Andreas-Paul Stieber
  • Ratsherr Herrn Andreas Auler

(Dieser Brief wird per E-Mail versandt) 06.07.2020 WA/SB-hei
Kaiserswerther Markt – INSTANDSETZUNG STATT KOSTSPIELIGE, LANGWIERIGE UMGESTALTUNG

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wie Sie wissen, beschäftigen wir uns seit langem und intensiv mit dem o.g. Thema. Der im März dazu geplante Beginn eines sog. Workshop-Verfahrens ist bedingt durch die Corona-Pandemie ausgefallen, ein neuer Termin laut Aussage der Stadtverwaltung derzeit noch nicht einmal in Planung. Es drohen also weitere Verzögerungen unbekannten Ausmaßes, die angesichts des erbärmlichen Zustandes des Marktes für uns als Anlieger wie für Besucher kaum hinnehmbar sind. Es muss dringend etwas geschehen.
Vorangestellt sei, dass wir die bei der Stadtverwaltung laufenden, offenbar fortgeschrittenen Überlegungen zu einer temporären Auffrischung des Marktes durch eine angemessene und passende Begrünung sehr begrüßen. Wir hoffen, dass die entsprechenden Pläne kurzfristig umgesetzt werden können.

Eine solche Maßnahme ist indes kein Ersatz für die eigentliche Sanierung. Die Stadtverwaltung hatte im Vorfeld des geplanten Workshops ihre Vorstellungen dazu im Internet präsentiert. Mit diesen Vorstellungen gehen wir in erster Linie deshalb nicht konform, weil alle Varianten einen umfangreichen Eingriff in das unter dem Markt gelegene Bodendenkmal bedeuteten, was wegen der vom Denkmalschutz geforderten Maßnahmen der Dokumentation und Sicherung zu einer Gesamtbauzeit von – nach unserer Einschätzung – mindestens sechs Jahren führen würde. Eine solch lange Bauzeit mit den aus anderen Fällen bekannten Einschränkungen der Erreichbarkeit und Nutzbarkeit des Marktes gefährdete die Gewerbetreibenden, Dienstleister und Vermieter am Markt wirtschaftlich in existenzbedrohender Weise. Das können, wollen und werden wir nicht akzeptieren.

Einige Varianten würden zudem die Gestalt des Marktes gravierend verändern. Zugunsten einer nach unserer Meinung eher vage begründeten Verbesserung der Nutzbarkeit der Marktfläche soll die historisch gewachsene, prägende Gestaltung des Marktes mit den Fußwegen, Fahrbahnen und der klar abgegrenzten Mittelinsel aufgegeben bzw. aufgelöst werden. Verbunden mit einer solchen Lösung wäre auch eine weitgehende Verdrängung des motorisierten Verkehrs. Wir halten das zum einen für einen erheblichen Verstoß gegen die bestehende Denkmalschutzsatzung aus dem Jahre 1988. Dort heißt es ausdrücklich:
“Die Altstadt von Kaiserswerth [stellt] in ihrem Gefüge und Erscheinungsbild somit das Ergebnis einer Entwicklung dar[stellt], die geschichtliche, baugeschichtliche, wirtschaftliche und soziale Bedeutung hat. Die Erhaltung dieses historischen Stadtgebildes ist gleichermaßen kulturelle Verpflichtung wie städtebauliches Anliegen, ihr dient die vorliegende Satzung.”

Es ist schlicht eine unumstößliche Tatsache, dass der Markt vor weit über 100 Jahren als Baumallee mit zwei Fahrbahnen angelegt wurde, weil die damaligen Lebens- und Wirtschaftsbedingungen es erforderten. Für Generationen danach war er so Mittelpunkt des dörflichen Lebens und ist es bis heute als Zentrum des Stadtteils geblieben. Seine Gestalt und sein Um-riss sind folglich zweifellos durch die Satzung geschützt.

Für eine völlige Umgestaltung unter bewusster Negierung des Denkmalschutzes besteht kein Anlass. Die Stadt führt insoweit ins Feld, dass nur die Umgestaltung es ermöglichte, vom Land NRW die finanzielle Unterstützung zu erhalten, derer es bedürfte, um den durch die Sicherung des Bodendenkmals entstehenden Mehraufwand bezahlen zu können. Das sei alternativlos, weil es keine Sanierungsvariante gäbe, die den Eingriff in das Bodendenkmal vermiede. Die Argumentation ist zwar prima facie schlüssig, bei näherem Hinsehen indes abstrus: man vernichtet ein geschütztes Denkmal, um ein anderes zu sichern?

Es gibt daher nur eine Lösung, die „verbessernde Instandsetzung“ heißt. Das bedeutet konkret, lediglich die unvermeidlichen Kanalbauarbeiten durchzuführen, die Beläge von Fahrbahn und Gehwegen zu reparieren, die Mittelinsel mit neuem Belag zu versehen und neue, robustere Bäume zu pflanzen. Wir haben uns beraten lassen, dass diese Lösung technisch umsetz-bar ist. Sie vermeidet eine (über)lange Bauzeit und lässt die Denkmäler sowohl auf als unter dem Markt unberührt. Sie erlaubt etwa notwendige oder gewollte verkehrslenkende Maßnahmen, ohne den motorisierten Verkehr vollständig zu verdrängen, und berücksichtigt damit die berechtigten Interessen der Gewerbetreibenden. Sie entspricht außerdem dem Wunsch der Mehrheit der Kaiserswerther Bürger. Vor allem aber stellt sie die mit Abstand kostengünstigste Lösung dar.
Wir sind gerne bereit, die Details eingehender mit Ihnen zu erörtern und stehen für Gespräche jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

INITIATIVE KAISERSWERTHER MARKT

Werner Amand
Prof. Dr. Leonhard Harding
Gustav-A. Hornscheidt
Dr. Gerd Müller-van Ißem
Elmar Brandt
Johannes W. Dickel
Max Apel
Wolf Apel
Dietmar Hoffbauer
Dr. Claus Parduhn
Friedel Kellermann/RKW
S. Spangenberger
Andrea Dahmen
Dr. Susanna Welling

Scroll to Top